Home Office von der Steuer absetzen: das häusliche Arbeitszimmer

 

Viele Freelancer und Selbständige arbeiten von zu Hause aus. Die Kosten für ein Home Office (Steuersprech: häusliches Arbeitszimmer) beim Finanzamt geltend zu machen, kann eine große Steuerersparnis bedeuten, ist aber auch ein Favorit der Finanzämter: hier fragen sie besonders gerne nach Details um zu überprüfen, dass man nicht betuppt. Um den Arbeitsplatz in der eigenen Wohnung überhaupt steuerlich geltend machen zu dürfen, müssen einige Kriterien erfüllt sein:

  • Das Arbeitszimmer muss ein mit einer Tür abgeschlossener Raum sein. Eine mit Regal abgetrennte Wohnzimmerhälfte tut es nicht.
  • Es darf kein Durchgangszimmer sein. Der Schreibtisch im ansonsten ungenutzten Flur tut es also auch nicht.
  • Das Zimmer darf nur betrieblich genutzt werden. Habe ich außerdem noch die Gästecouch, den Kleiderschrank und das Bügelbrett da drin, bin ich raus.

Wenn das alles zutrifft, dann rechnet man den prozentualen qm-Anteil des Arbeitszimmers an der ganzen Wohnung aus und erfasst diesen prozentualen Anteil an den Raumkosten (Miete,Betriebskosten, Strom, Heizung) als Betriebsausgabe in der EÜR. Auch Raumausstattung (Regale, Lampen, Gardinen, Bürostuhl), Renovierungs- und Reinigungskosten können geltend gemacht werden.

Homeoffice

Ein häufiger Streitpunkt mit dem Finanzamt ist die Frage, ob das Arbeitszimmer ‚Mittelpunkt der betrieblichen Tätigkeit‘ ist. Wer viel beim Kunden oder anderen On-Location-Terminen ist muss plausibel nachweisen können, dass der qualitative Schwerpunkt im häuslichen Arbeitszimmer liegt, das heißt die wesentlichen und prägenden Tätigkeiten dort verrichtet werden. Klartext: Wenn ich das Projekt zu Hause ausarbeite und beim Kunden nur zur Präse und Absprache bin, dann passt das. Arbeite ich aber regelmäßig beim Kunden im Büro und mache zu Hause nur Follow-up, dann liegt meine Haupttätigkeit woanders und das häusliche Arbeitszimmer fällt flach.

Praxistipp: Wohnen zwei zusammen und nutzen das Arbeitszimmer gemeinsam empfiehlt es sich, dass einer die Kosten für das Zimmer geltend macht und der andere nicht. Das oberste Gebot ist zwar immer Plausibilität, aber gleich danach kommt, es nicht zu komplizeirt zu machen. Auch der Finanzbeamte will irgendwann mal nach Hause und in seinem Arbeitszimmer die Hemden bügeln.

 

Photocredit: Volkan Olmez via Unsplash


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